Kurzköpfigkeit (Brachyzephalie) bei Hunden und Ihre Auswirkungen (BOAS)

Was ist das?

BOAS (Brachyzephales Obstruktives AtemwegsSyndrom) ist eine Erkrankung, bei der es infolge der Zucht auf Kurzköpfigkeit zu einer anatomischen Verengung der Atemwege und in der Folge zu einer Erschwerung der Atmung bis hin zu hochgradiger Atemnot und im Extremfall bei Aufregung und hohen Temperaturen zum Ersticken oder Tod durch Überhitzung kommen kann.

Aufgrund ihrer langjährigen Forschungstätigkeit an der Klinik für Kleintiere der Universität Leipzig unter der Anleitung von Professor Dr. Oechtering ist Frau Dr. Johanna Lippert eine ausgezeichnete Expertin in diesem Bereich.

Was kann man dagegen machen?

Eine deutliche Verbesserung der Atmung ist durch chirurgische Behandlung meist möglich. Hier werden an mehreren anatomischen Punkten die Atemwege erweitert und Verlegungen der Atemwege reduziert.

Die Nasenlöcher werden erweitert, Nasenmuscheln, wenn sie die Nasengänge verlegen, laserchirurgisch reseziert, das Gaumensegel (das Zäpfchen beim Menschen) verkürzt und verdünnt, die Mandeln teilweise entnommen, am Kehlkopf werden bei Bedarf Schleimhautsäckchen bei Bedarf mit feinen Kehlkopfscherchen herausgeschnitten und der Kehlkopf bei Kollapsneigung operiert.

Dieses chirurgische Vorgehen, das an mehreren anatomischen Ebenen ansetzt, wird Multi-Level-Chirurgie genannt.

Kurzköpfigkeit bei Hunden

Häufige Fragen 

BOAS ist eine anatomisch bedingte Atemwegserkrankung bei kurzköpfigen Hunden und Katzen, bei der verengte Atemwege zu Atemnot führen.

  • verengte Nasenlöcher: diese sind zu eng.
  • die Nasenmuscheln haben in der stark verkleinerten Nasenhöhle zu wenig Raum und verlegen diese durch ihre kompaktere Struktur und durch Wachsen mangels Platz in Bereiche der Atemwege, in denen sie sich normalerweise nicht befinden. Bei hohen Umgebungstemperaturen schwillt die Nasenschleimhaut an, damit das Blut in den Schleimhäuten und damit der Körper gekühlt werden können. Hierdurch kann der Luftweg durch die Nase vollständig verlegt werden.
  • das Gaumensegel ist verlängert und zum Teil zu dick
  • der Kehlkopf kann zu klein sein oder zu weich, so dass er kollabiert
  • die Luftröhre ist vom Durchmesser zu klein oder an sich zu weich und tendiert zum Kollabieren
  • die Bronchien können auch zum Kollabieren neigen

Generell je früher, desto besser, aber möglichst erst ab 1 1/2 Jahren.

Die anatomischen Veränderungen sind prinzipiell angeboren. Der Endzustand ist jedoch erst mit etwas eineinhalb Jahren erreicht. Dann ist der Schädel und die Nasenmuscheln ausgewachsen und der Zustand nach der BOAS-Operation am stabilsten.

Meist werden die Probleme der Atmung und der Hitzetoleranz im ersten Sommer nach Erreichen des Alters von einem Lebensjahr deutlich.

Je früher man operiert, umso besser kann man die Folgen der verengten Atemwege verringern oder verhindern.

Je länger die Verengungen bestehen, umso länger schädigt der für die Atmung notwendigerweise aufgebaute Unterdruck dem Gewebe der Atemwege. Durch den Zug verlängert sich das Gaumensegel und es entstehen Schleimhautsäckchen vor dem Stimmlippen, die dem Luftweg im Kreis verengen (sog. "Kehlkopfsäckchen" oder "Larynxdivertikel).

Das hängt von der individuellen Anatomie des Hundes ab. Beim Mops ist es meist nicht notwendig, bei Französischen Bulldoggen schon, da sie die Nasengänge hier stärker verlegen. 

Reduziert man die Engstellen vor (Nasenlöcher) und hinter (Gaumensegel) der Nasengänge und es bleibt eine kritische Verlegung der Atemwege durch Nasenmuscheln bestehen, ist dem Hund nicht optimal geholfen. 

In einem Strömungsweg ist die stärkste Engstelle entscheidend. Eine bestehenbleibende Engstelle reicht also dafür aus, dass immer noch eine wesentliche Einschränkung von Atmung und Temperaturregulation bestehen bleibt. Folglich werden auch die Atemwege weiterhin durch den Unterdruck beschädigt und das Gaumensegel verlängert sich wieder und die Larynxsäckchen bilden sich oder werden größer.

Je weniger Verlegungen der Atemwege bestehen bleiben, umso geringer ist die Schädigung der Atemwege nach der Operation. Die spricht dafür, auch die Nasenmuscheln - wenn es individuell sinnvoll ist - besser früher aus später mitzuoperieren.

Ob eine laserchirurgische Entfernung von Nasenmuscheln notwendig ist, wird bei der Untersuchung in Narkose mit CT und Endoskopie festgestellt, die der Operation vorausgeht.

Hunde brauchen ihre Nase fur die Temperaturregulation. Sie können nur zwischen an den Pfoten zwischen den Zehen schwitzen. Das reicht nicht, um den Körper zu kühlen. 

Steigt die Körpertemperatur, beginnen Hunde zu Hecheln. Dabei atmen sie kühlere Luft über die Nase ein, um das Blut, das durch ihre Nasenschleimhaut fließt, zu kühlen. Die aufgewärmte Luft wird über das Maul ausgeatmet.

Um die Oberfläche, über die Blut gekühlt werden kann, zu erhöhen, haben ihre Nasenmuscheln eine fein verzweigte Struktur.

Sie haben die gleiche Funktion wie die Ohren der Elefanten oder die Flossen der Delfine.

Erhöht sich die Körpertemperatur, schwillt die Nasenschleimhaut an, um mehr Blut kühlen zu können. Wenn die Nasenmuscheln schon im abgeschwollenen Zustand die Nasengänge verengen, können sie bei abgeschwollener Nasenschleimhaut für Nasengänge noch stärker bis vollständig verlegen. Luft kann nicht mehr durch die Nasenhöhlen strömen. Das Blut kann nicht mehr gekühlt werden. Der Körper überhitzt und dies kann auch tödlich enden, wenn die Körpertemperatur auf 42,0 °C oder darüber ansteigt (der gesunde Bereich liegt bei 38,0 – 39,0, maximal 39,5 °C). Sie kann mit einem normalen Thermometer aus der Apotheke oder Drogerie rektal gemessen werden.

  • Da die natürliche Fähigkeit zur Kühlung des Körpers und zur Atmung ist eingeschränkt. Dies kann im schlimmsten Fall tödlich enden.
  • Meiden Sie Spaziergänge bei hohen Temperaturen. Gehen Sie früh morgens und abends spazieren.
  • Meiden Sie körperliche Anstrengung wie Rennen, Spielen und Aufregung.
  • Helfen Sie Ihrem Hund, seinen Körper zu kühlen, indem Sie ihm eine Kinderplanschbecken aufstellen und ihn nass machen. Im Notfall – bei kritischer Überhitzung des Körpers (ab 40,0 °C Körpertemperatur und darüber) – den ganzen Hund. Ansonsten nur Kopf, Rücken und Beine. Hören Sie bei 39,0 °C Körpertemperatur auf, den Hund zu kühlen.
    Ein Ventilator hilft, Wärme abzugeben.
  • An besonders heißen Tagen können Sie Ihren Hund auch vor dem Gassi gehen nass machen.

Glauben Sie, dass Ihr Hund an Kurzköpfigkeit leidet?

Wenden Sie sich jetzt an uns, um eine qualifizierte Diagnose und Therapie zu erhalten.

Wir sind für Sie und Ihr Haustier da – für eine schnelle und wirkungsvolle Behandlung!

Standort Ottersleben

0391 / 40048320

Standort Cracau

0391 / 810 49 675

Symptome für Zahnprobleme bei Ihrem Haustier

Achten Sie auf folgende Anzeichen, die auf Zahnprobleme hindeuten können:

Mundgeruch

Schwierigkeiten beim Kauen

Vermehrtes Speicheln

Blutungen am Zahnfleisch

Veränderungen im Verhalten, wie Appetitlosigkeit

Warum unsere Praxis?

Erfahrenes Team:
Experten mit langjähriger Erfahrung in der Tierzahnmedizin.

Moderne Ausstattung:
Schonende und effektive Behandlungsverfahren.

Einfühlsame Betreuung:
Wir sorgen dafür, dass Ihr Tier sich während der Behandlung wohlfühlt.

 

Vereinbaren Sie einen Termin für die Zahngesundheit Ihres Haustieres!

Lassen Sie Zahnprobleme bei Ihrem Haustier nicht unbehandelt.
Kontaktieren Sie uns jetzt, um einen Termin für eine Zahnbehandlung oder Kontrolluntersuchung zu vereinbaren.

Gemeinsam sorgen wir für gesunde Zähne und ein glückliches Tierleben!

0391 / 40048320